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Aktion Sozialbestattung - Politisch gesehen - Verbände - Bestatter (VuB)


Bestatter (VuB)



Verband unabhängiger Bestatter (VuB), Stellungnahme vom Oktober 2014

Als Verband unabhängiger Bestatter begrüßen wir die Initiative der Verbraucherorganisation Aeternitas zur Einführung bundesweiter Standards im Bereich der Sozialbestattung ausdrücklich.

Ein verantwortlich handelnder Bestatter muss das Interesse der Hinterbliebenen an einer angemessenen Bestattung, aber natürlich auch das eigene wirtschaftliche Handeln berücksichtigen.

Die bisherige Praxis ist in diesen Punkten unbefriedigend und untauglich. Sie führt dazu, dass mit trauernden Angehörigen über die Finanzierung der Bestattung gesprochen werden muss anstatt über Inhalte und Trauerarbeit.

Kostenübernahmeerklärung
Kernproblem ist in der Regel die fehlende zeitnahe Kostenübernahmeerklärung durch das Sozialamt.

Die allermeisten Angehörigen sind ehrlich und sagen offen, dass die Abrechnung über das Sozialamt erfolgen muss. Der Bestatter muss sich daher zunächst ein Bild machen, wer denn überhaupt kostentragungspflichtig ist. Sind dies mehrere Personen, wird es schwierig, da viele Sozialämter die gesamte Kostenübernahme ablehnen, wenn nicht alle Kostentragungspflichtigen entsprechende Anträge stellen bzw. Auskünfte geben.

Diese Überprüfung durch die Ämter beansprucht logischerweise viel Zeit. Die Beisetzung muss in dieser Zeit allerdings bereits durchgeführt werden.

Hier wird der Bestatter in die Rolle des Vorleistenden gedrängt. Arbeitseinsatz und zu tragende Gebühren fallen bereits an, obwohl noch nicht geklärt ist, wer und ob überhaupt jemand diese Kosten begleicht. Der gerne von Behörden gezogene Vergleich, dass der Bestatter ja auch sonst ein Ausfallrisiko hat ist hier nicht gerechtfertigt. In anderen Fällen kann sich der Bestatter mit Bonitätsauskünften und gegebenenfalls Vorauszahlungen absichern. Dies ist bei den vorliegenden Fällen nicht möglich, da er bereits weiß, dass keine Geldmittel vorhanden sind.

Der Staat macht es sich mit dem Hinweis auf geltendes Recht also sehr bequem und wälzt das Problem und das Risiko auf die Bestatter ab.

Dieses Risiko wollen und können allerdings viele Bestatter nicht mehr tragen und lehnen derartige Aufträge ab. Dies geschieht nicht leichtfertig, weil einem zum einen die Angehörigen leid tun, zum anderen weil eine Ablehnung - egal aus welchen Gründen - immer einen Imageschaden nach sich zieht.

Folge ist, dass dann nichts geschieht und irgendwann die Ordnungsbehörde tätig werden muss, was ebenfalls zu nicht unbedingt gewollten Ergebnissen führt und schon gar nicht im Interesse der Angehörigen liegen kann. Auch hier wird das Problem nur verlagert.
Es müsste daher, sofern nicht offen erkennbare Gründe dagegen sprechen, eine sofortige Kostenübernahmeerklärung durch das Sozialamt gegenüber dem Bestatter erfolgen.

Kosten
Ein weiteres Problem stellen die zu übernehmenden Kosten dar. Es wird unstrittig sein, dass die öffentliche Hand, also letztlich wir alle, nicht dazu da ist, die Kosten einer pompösen Beerdigung zu begleichen. Wäre das gewollt, hätte der Verstorbene selbst hierfür Vorsorge treffen müssen.

Es ist daher selbstverständlich, das auf die Verwendung von teuren Produkten (Särge, Urnen etc.) verzichtet wird. Dies darf auch nicht dazu führen, dass z. B. die Erdbestattung im rohen Holzsarg für Einäscherungen erfolgt. Hierdurch wird auch nach Außen der Eindruck eines ,,Armenbegräbnisses" geschaffen. Dies kann den Angehörigen so nicht zugemutet werden.

Die verwendeten Produkte sollten daher günstig und schlicht sein, aber dem Anlass angemessen.

Die Dienstleistungen, die erbracht werden, sind hier ebenfalls eingeschränkt. Musikalische Begleitung oder aufwändige Dekorationen durch das Bestattungsinstitut werden regelmäßig nicht in Rechnung gestellt werden können. Bei den Standarddienstleistungen (Ankleiden, Überführung, hygienische Versorgung, Durchführung der Bestattung etc.) ist es jedoch nicht einzusehen, warum der Bestatter hier andere Berechnungsgrundsätze anwenden sollte. Der Zeitaufwand ist derselbe, die Bezahlung sollte es daher auch sein.

Das in vielen Kommunen praktizierte Ausschreibungsverfahren führt letztlich dazu, dass minderwertige Waren und unzureichende Dienstleitungen zum Einsatz kommen. Negativbeispiele hierzu werden oft genug in den Medien zitiert.

Umfang der Erstattung
Problematisch ist auch, welche Kosten denn überhaupt getragen werden. Der Begriff des "Ortsüblichen" ist schwammig und der willkürlichen Interpretation ausgesetzt. Sinnvoller wäre es, einen Positivkatalog von generell zu übernehmenden Kosten zu erstellen, die durch tatsächliche ortsübliche Gegebenheiten ergänzt werden könnten. Mögliche Aufzählungen (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit oder Endgültigkeit) wären:

Beispiel für Erdbestattung:


  • Kiefernsarg lackiert, 6 Griffe, einfach, ausgeschlagen

  • Deckengarnitur mit Kissen/Sterbehemd, einfachste Ausführung

  • Grabkreuz inkl. Beschriftung gemäß Standard des Friedhofes

  • Einbetten

  • bei längerer Aufbahrung einfache hygienische Versorgung

  • Möglichkeit zur Verabschiedung durch die Angehörigen

  • Für Einbettung und Überführung erforderliche Helfer

  • Arbeitsgerät (Handschuhe, Kittel, etc.)

  • Benutzung von Unfallsarg/-trage (inkl. Reinigung)

  • Überführungen

  • Erledigung der Formalitäten / Besorgungen und Bearbeitung: Besorgung der Sterbeurkunden und der Bestattungsgenehmigung bei den vorgenannten Verwaltungen.

  • Abmeldung bei der jeweiligen Krankenkasse, Abmeldung bei der Rentenkasse

  • Organisation und Auftragsbearbeitung (Zeitaufwand des Bestatters)

  • Terminvereinbarung

  • ggf. Besorgung eines Pfarrers

  • einfache Dekoration der GrabsteIle und ggf. der Trauerhalle

  • - Durchführung einer Beisetzung direkt am Grab oder falls ortsüblich ab Trauerhalle

  • Telefon- und Portokosten


Beispiel für eine Feuerbestattung:

  • Kiefernsarg, einfach, natur, ausgeschlagen

  • einfache Urne, Stahl oder Naturfaser

  • Bei Bedarf Deckengarnitur mit Kissen/Sterbehemd, einfachste Ausführung

  • Grabkreuz inkl. Beschriftung gemäß Standard des Friedhofes

  • Einbetten

  • Für Einbettung und Überführung erforderliche Helfer

  • Arbeitsgerät (Handschuhe, Kittel, etc.)

  • Benutzung von Unfallsarg/-trage (inkl. Reinigung)

  • Überführungen

  • Erledigung der Formalitäten / Besorgungen und Bearbeitung: Besorgung der Sterbeurkunden und der Bestattungsgenehmigung bei den vorgenannten Verwaltungen.

  • Abmeldung bei der jeweiligen Krankenkasse, Abmeldung bei der Rentenkasse

  • Besorgung der Todesbescheinigung

  • Vorbereitung der amtsärztlichen Untersuchung

  • Organisation und Auftragsbearbeitung

  • Terminvereinbarung

  • ggf. Besorgung eines Pfarrers

  • einfache Dekoration der Grabstelle

  • einfache Dekoration der Grabstelle und ggf. der Trauerhalle

  • Durchführung einer Beisetzung direkt am Grab oder falls ortsüblich ab Trauerhalle

  • Telefon- und Portokosten


Zahlungsmoral
Ein weiterer Ansatzpunkt für andauernde Ärgernisse ist die mangelnde Zahlungsmoral der Behörden. Wartezeiten von 6 Monaten oder mehr sind hier keine Seltenheit. Auf der einen Seite wird von den Bestattern erwartet, die Kosten für "Sozialfälle" zu senken, eine pünktliche Bezahlung findet aber nicht statt. Dies führt letztlich dazu, dass die Durchführung dieser Aufträge unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zumutbar ist.

Fazit
Eine Vereinheitlichung der Vorgehensweise ist dringend geboten. Bei Gesprächen im Kollegenkreis stellt sich immer wieder heraus, wie unterschiedlich die Behörden vorgehen. Bei den einen werden Zahlungszusagen sofort gegeben, bei den anderen dauert es Wochen bis sich überhaupt jemand meldet. Die Höhe der Kostenerstattung scheint ebenfalls sehr zu variieren.

Die bisherige Praxis gibt weder den Angehörigen noch den ausführenden Bestattern Rechtssicherheit und sollte daher dringend überarbeitet und konkretisiert werden.

Als bundesweit tätiger Verband sind wir sehr gerne bereit, bei einer solchen Aufgabe helfend und beratend beizutragen.

Kontakt:
Verband unabhängiger Bestatter e. V.
Breslauer Str. 22
32339 Espelkamp
Tel.: 0700 - 88 22 58 83
E-Mail: info@bestatterverband.de
www.bestatterverband.de




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